Good News Project

GOOD NEWS project

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GOOD NEWS
Kunst, Werkstatt, Aktion & Diskussion im Hinterhaus
– Künstlerische Positionen befragen, wessen Sprache sie sprechen und wie sie zu anderen über setzen

– Barrieren testen nach Geschmack, Farbe und Gemeinheit

– Identitäten ausloten, die in künstlerischen Interventionen gesetzt werden

– Von Flucht nicht erzählen. Sich den Weg bahnen

Was den Tag zusammenhält Mahlzeit. Eines der ersten Worte, das gesprochen wird, wenn kein Deutsch gesprochen wird. Mahlzeit. In der Küche (als nicht nur symbolischer Ort) mit reden, zu hören, über setzen. Über Barrieren, Papiere, Kochrezepte, Lebensformen, zusammen denken. Auch durch Kunst.

Mit: Khusen Kaydarov, Komil Radzhabov, Lilly Axster, Elisabeth Löffler & Cornelia Scheuer (Liz Art), Valaquenta, Grace Marta Latigo, Hottensiah Wanjiku, Marion Thuswald, Roswitha Schachinger, Sasha Skorykh, Massar Gobori, Gonca Karapinar, Marifat, Annie Gonzaga & Amoako Boafo

 

GOOD NEWS 1.0 – Werkstatt
Offene Werkstätten, Austausch und kooperatives, partizipatives Arbeiten.
Werkstatt für GOOD NEWS kann an unterschiedlichen Orten sein. Basis ist das Hinterhaus Grundsteingasse 37/11, 1160 Wien. In diesem Teil des Projekts eröffnet GOOD NEWS Räume für diskursives Austauschen sowie translinguales Handeln in produktiven Werkstätten.
GOOD NEWS 2.0 – Aktion, Diskussion, Präsentation
Der Ort ist das Hinterhaus Grundsteingasse 37/11, 1160 Wien.
Der zweite Teil des Projekts findet im gesamten Hinterhaus, Erdgeschoss, 1. und 2. Stock, im Garten und auf dem Marktgelände in unmittelbarer Nähe des Hauses statt.
Besucher_innen können zwischen 12:00 und 24:00 Uhr, also 12 Stunden lang an GOOD
NEWS, Kunst, Werkstatt, Aktion & Diskussion teilhaben, diese erleben, mitgestalten,
verändern und ergänzen. Einige der künstlerischen Interventionen finden wiederholt oder fortlaufend statt, andere nur einmal.

GOOD NEWS X.0 – Räume
Weitere Teile des Projekts finden in anderen Räumen statt
Angefragt sind:
– Kulturverein Planet 10 in Favoriten
– die Brunnenpassage am Yppenplatz
– das Moë Kulturzentrum in 1170 Wien
Insgesamt soll es also 4 Tage/4 Veranstaltungen geben, an denen quasi nonstop
künstlerische Interventionen an Orten, die sonst von verschiedenen Communities bespielt werden, stattfinden. Je nach Raum und Zeitpunkt wird das Programm variieren, andere Schwerpunkte setzen, Dinge weglassen und Dinge ergänzen.
Weiter reden…

Programm

1. ‘Good news’

Modeschau auf Gängen und Rampen
Khusen Kaydarov & Komil Radzhabov
models: N.N.

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    1. ‘Ich möchte lieber nicht an die Wand geworfen werden’

Literatur im Lift
Lilly Axster

    1. ‘Inbetween Bodies’

Bilder in den Zwischenräumen
Valaquenta

    1. ‘Zu Fuß und Kopf’

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Mixabled Tanz auf denTreppen
Elisabeth Löffler & Cornelia Scheuer

    1. ‘Toje harascho’

Konzert am Dachboden
Grace Marta Latigo & Hottensiah Wanjiku

    1. ‘Resimler’

Vernissagen Malerei
Gonca Karapinar & Marifat

    1. ‘Layers’

Wandgraffiti im Stiegenhaus
Annie Gonzaga & Amoako Boafo

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    1. ‘Raus hier’

Einweihung der Garten- und Hauserweiterung – Rampe in den Garten
Modelle von Studierenden der new design universität St. Pölten

    1. Diskussion und Diskurs in der Hausküche

Marion Thuswald
Roswitha Schachinger
Sasha Skorykh
Massar Gobori

  1. Details

    1. ‘Good news’

Die Rampen im Haus und Garten und auch die Leerstellen, dort, wo Rampen (noch) fehlen, sind Laufsteg für queere Mode aus Papier, Bodyart und Stoff. Zeitungspapier, auf dem bewusst oder unbewusst Stereotype über Geflüchtete, über Migration und den Begriff “hier” und “wir” verbreitet werden, Druckerschwärze, die Migration zu einem Sicherheitsproblem umfärbt, wird in Mode verwandelt, in etwas Neues, ganz Eigenes, unaggressiv, schlicht, tausende gerollte Papierstreifen, die warm halten, Form geben, Anzug sind. Die Entwürfe von Khusen Kaydarov und die Papierkunst von Komil Radzhabov machen aus den Models Überbringer_innen von good news. Der Modedesigner Kaydarov arbeitet derzeit an der Winterkollektion 2016/2017 und wird für “good news” eine eigene Kollektion erstellen.

    1. ‘Brunnenmarkt und Gürtel’

Die Träger_innen der Mode von Khusen Kaydarov und Komil Radzhabov mischen sich zwischen offenem Bücherschrank, Gemüse- und Fleischständen, Cafes und Kleinwaren unter die Marktbesucher_innen. Dort werden sie zu lebenden Zeitungsartikeln, Kommentaren zur sogenannten “Flüchtlingsdebatte” und Statements aus erster Hand. Aktivistisches Zeitungstheater grüßt artifizielle Mode. Der Markt bleibt Markt, lockert ganz vielleicht den Gürtel.

    1. ‘Ich möchte lieber nicht an die Wand geworfen werden’

Lilly Axster liest im Lift. Der Homelift, jüngst eingebaut, fährt sehr langsam. Bis in den zweiten Stock bleiben pro Fahrt genau 80 Sekunden für Literatur im Lift. Wer möchte, kann zigmal hintereinander mitfahren (der Lift fasst bis zu 8 Personen), mehrmals oder nur einmal. Die von Lilly Axster verfassten und gelesenen Texte beziehen sich teils aufeinander, teils sind es Bruchstücke oder Miniaturdramen. Über 12 Stunden entsteht ein literarisches Panoptikum zwischen verschiedenen Sprachen und Genres, eigens für diesen Tag verfasst auf der Grundlage von Theaterdialogen, Romanauszügen und Textbrocken aus der Schublade.

    1. ‘Inbetween Bodies’

Valaquenta schafft hunderte unverwechselbarer Figuren, mit Tusche, Filz- oder Bleistift, Welten jenseits von Norm behauptend. An und mit den Bildern performt Valaquenta Verschiebungen zu neuen Konstellationen und Körpern, indem einzelne Teile der Zeichnungen reproduziert und neu zusammengesetzt werden (können).

    1. ‘Zu Fuß und Kopf’

Auf den Treppen im Stiegenhaus: mixabled Tanz der Tänzerinnen Elisabeth Löffler und Cornelia Scheuer, die in ihrer Performance die Themen oben/unten, zu Fuß und Kopf, Verhinderung und “ich bin schon da” verhandeln.

    1. ‘Toje harascho’

Mir gehts auch gut. Grace Marta Latigo auf dem Dachboden. Toje harascho. Oder wie schreibt man das? Und um welche Sprache handelt es sich? Ganz oben die Musik. Letzte Etage. Weiter gehts nicht mehr. Tut doch was. So kann es nicht bleiben. Verdammt.

Move your body. Antwortet Hottensiah Muchai. Weiß war mal. Das Dach ist immer oben.

    1. ‘Resimler’

Die Ölbilder von Gonca Karapinar schaffen Verbindungen zwischen Stockwerken und Korridoren. Sie tauchen überall auf und sind nirgends fix, verändern ständig ihre Position und öffnen Räume, die dachten, sie seien privat. Die Bilder schaffen es hinein und das machen sie ohne Erklärung oder Grund.

    1. ‘Layers’

Annie Gonzaga und Amoako Boafo suchen Wände für Graffiti und Malerei in den Städten, durch die sie reisen. In der Grundsteingasse malen oder sprühen sie neue Mitbewohner_innen in die Zwischenstöcke. Und sich selbst und gegenseitig gleich dazu. Drüber. Festgehalten. Hinzugefügt.

    1. ‘Raus hier’

Modelle der Studierenden der new design universität St. Pölten weisen stufenlose Wege nach draußen in den Garten. Jeder Weg kann verändert werden, jeder Entwurf neu erfunden. Einmal draußen vor der Tür, führt kein Weg mehr hinein ins Hinterhaus. Es ist jetzt vorne. Und der Garten gehört allen.

    1. Grafik durchs Haus, Drucksorten und Website

Koivo

    1. Diskurs und Diskussion

Marion Thuswald befragt die künstlerischen Positionen im Hinterhaus, wessen Sprache sie sprechen und wie sie über setzen zu anderen.

Roswitha Schachinger testet Barrieresorten nach Geschmack, Farbe und Gemeinheit.

Sasha Skorykh lotet Identitäten aus, die in den künstlerischen Interventionen gesetzt werden.

Massar Gobori erzählt nicht von ihrer Flucht. Sie schießt sich mit einem Fußball den Weg frei.

    1. Was den Tag zusammenhält

Mahlzeit. Eines der ersten Worte, das gesprochen wird, wenn kein Deutsch gesprochen wird. Mahlzeit. Vereinsmitglieder laden den Tag über in die Hausküche zu Diskussionsrunden ein, zum mit reden, zu hören, über setzen. In den Inputs geht es um Barrieren, Papiere, Kochrezepte, Lebensformen, zusammen wachsen. Auch durch Kunst.

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